Als Onlinehändler, der seine Angebote über Google Shopping Ads bewirbt, können Sie Ihre Werbekosten um etwa 20 Prozent senken. Möglich macht dies eine Umstrukturierung der Google Shopping Preissuchmaschine, die der Konzern als Folge einer von der EU Kommission verhängten Wettbewerbsstrafe durchführen musste.

Was ist Google Shopping?

Bei Google Shopping handelt es sich um eine Produkt- bzw. Preissuchmaschine des US-amerikanischen Unternehmens Google. Der Dienst wird bereits seit Ende des Jahres 2002 angeboten, vormals aber unter dem Namen Froogle bzw. Google Produktsuche. Bei Google Shopping handelt es sich nicht um einen klassischen Onlineshop, sondern es werden lediglich Werbeanzeigen für bestimmte Produkte sowie eine Such- und Vergleichsfunktion angeboten. Über Links in den Anzeigen gelangen Interessenten direkt zu den Verkaufsseiten der Produkte im jeweiligen Onlineshop und neuerdings auch auf die Onlinepräsenz der Preisvergleichsportale, die Werbeanzeigen im Auftrag von Onlineshops schalten.

Um Google Shopping für die Vermarktung deiner eigenen Produkte nutzen zu können, wird sowohl ein Google Ads Konto als auch ein Merchant Center Konto benötigt. Das Merchant Center Konto ist notwendig, um Google deinen Datenfeed mit den relevanten Produktdaten zur Verfügung zu stellen, das Google Ads Konto wird benötigt, um deine Google Shopping Kampagne anzulegen.

Was hat sich durch das EU Urteil geändert?

Die Integration von Google Shopping Anzeigen in die klassische Websuche schritt im Laufe der Jahre immer stärker voran. Wer in Googles Suchmaschine nach bestimmten Produkten oder Produktgruppen suchte, bekam immer häufiger Google Shopping Anzeigen eingeblendet, die ausschließlich von Google selbst stammten. Dies rief schließlich die Europäische Kommission auf den Plan, die darin einen Wettbewerbsverstoß sah und Google im Juli 2017 in Folge eines Gerichtsurteils zu einer Rekordstrafe von 2,42 Milliarden Euro verdonnerte.

Als Konsequenz gliederte Google die Preissuchmaschine Google Shopping aus und öffnete diese auch für andere Preisvergleichsportale (Comparison Shopping Service, kurz CSS genannt). Seither muss der Google Preisvergleich selbst Anzeigenplätze bei Google Shopping buchen und steht somit in Konkurrenz zu den anderen Preisvergleichsportalen.

Bei den Google Shopping Anzeigen lässt sich diese Änderung nun auch direkt optisch erkennen. Neben den Produktinformationen im oberen Bereich der Anzeige ist nun im unteren Bereich auch eine Information in Form eines Links zu finden, von welchem Portal die Werbeanzeige geschaltet wurde. Handelt es sich um eine Anzeige von Google selbst, dann lautet der Text „von Google“, ist die Anzeige von einem Comparison Shopping Service (CSS), dann ist dessen Name dort zu finden. Mit einem Klick auf den Text gelangen Interessenten aus der Websuche direkt auf das Portal des Anzeigenkunden.

Welche Vorteile bieten sich für Onlinehändler?

Für Sie als Onlinehändler sind weniger die optischen Aspekte interessant, sondern viel mehr die Änderungen im Hintergrund des Systems. Wie bei Google Ads üblich, werden auch bei Google Shopping die verfügbaren Anzeigenplätze per Gebotsverfahren an den meistbietenden Werbetreibenden versteigert. Da nun nicht mehr ausschließlich Google selbst, sondern auch andere Preisvergleichsportale im Europäischen Wirtschaftsraum Google Shopping Anzeigen schalten können kommt es beim Bieten um die Anzeigenplätze zu einem offenen Wettbewerb. Dabei entsteht ein signifikanter Kostenunterschied, wenn Onlineshopbetreiber ihre Anzeigen über Comparison Shopping Services (CSS) ausspielen lassen. Denn werden die Anzeigen direkt über Google geschalten, dann zweigt sich das Unternehmen vom CPC (Cost per Click) eine Marge von etwa 20 Prozent ab. Die restlichen 80 Prozent des Betrags werden schließlich für das Gebot um die Werbeanzeigen verwendet. Diese Marge an Google entfällt, wenn die Anzeigen über andere Preisvergleichsportale geschaltet werden.

Das bedeutet konkret: Ein Onlinehändler stellt Google 1 Euro pro Klick für die Werbeanzeigenschaltung in den Google Shopping Ads zur Verfügung. Von diesem Betrag behält sich Google 20 Cent ein und bietet mit den restlichen 80 Cent auf die zur Verfügung stehenden Anzeigenplätze. Ein anderer Onlinehändler stellt einem Comparison Shopping Service (CSS) ebenfalls 1 Euro pro Klick für die Werbeanzeigenschaltung in den Google Shopping Ads zur Verfügung. Von diesem Betrag zweigt sich das Preisvergleichsportal keine Marge ab, sondern bietet mit dem vollen Betrag von 1 Euro auf die zur Verfügung stehenden Anzeigenplätze. Für den Onlineshopbetreiber entsteht dabei ein Preisvorteil bzw. eine Kostenersparnis von 20 Cent.

Ein weiterer Vorteil, den die Umstrukturierung bei den Google Shopping Ads für dich als Onlineshopbetreiber mit sich bringt, ist die Möglichkeit zur Erstellung von Doppellistings. Da nun die Anzeigen nicht nur über Google selbst, sondern eben auch über Comparison Shopping Services (CSS) geschaltet werden können, lassen sich durch die Inanspruchnahme der Services mehrerer Preisvergleichsportale auch mehrere Anzeigen zu einem Suchbegriff schalten. Auf diese Weise wird es ermöglicht, eine höhere Sichtbarkeit zu erreichen und dadurch einen Wettbewerbsvorteil zu erlangen. Zwar wird Google niemals dasselbe Produkt von zwei verschiednen CSS ausspielen, allerdings können durchaus verschiedene Produkte des selben Händlers aus derselben Kategorie von verschiednen CSS angezeigt werden, wodurch strategischer Vorteil für den Händler entsteht.

Wie können Onlineshopbetreiber vorgehen?

Um von den durch die Umstrukturierung der Google Shopping Ads entstandenen Vorteile und vor allem von den 20 Prozent Kostenersparnis zu profitieren, sollten Onlineshopbetreiber folgendermaßen vorgehen:

Als Erstes sollten Sie sich einen passenden Comparison Shopping Service (CSS) suchen, über den die Anzeigenbuchung für Google Shopping Ads abgewickelt wird. Alle von Google zertifizierten CSS Partner werden in einem separaten Verzeichnis aufgelistet. Da hier natürlich auch Kosten für den in Anspruch genommenen Service anfallen, sollten Sie sich vorab über das Preismodell des Anbieters informieren. Die Anzahl an Preisvergleichsportalen hat in Folge der Neuregelung von Google Shopping in letzter Zeit stark zugenommen. Neben den bekannten großen Portalen wie Idealo etc. gibt es auch kleine unabhängige CSS wie shoppingschnapper.de auf dem Markt. Auch immer mehr klassische Agenturen aus dem Online Marketing Umfeld bieten nun eigene Preisvergleichsportale an. Wichtig ist es, dass Sie sich für einen seriösen Anbieter entscheiden, mit dem Sie langfristig zusammenarbeiten können. Nach der Planung einer individuellen Gebotsstrategie und der Bereitstellung eines passenden Datenfeeds steht dem Einsatz von Google Shopping Ads zu verbesserten Konditionen nichts mehr im Wege.

0 Kommentare

Dein Kommentar

An Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns Deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.