Wie Sie bestimmt schon mitbekommen haben, hat sich einiges in der von Haus aus sehr dynamischen E-Commerce Welt getan. Seit letztem Jahr ist Shopware 6 erhältlich und seit Anfang 2020 steht mit Shopware 6.1 bereits die erste Version für den Produktiveinsatz zur Verfügung.

Viele unserer Kunden und jede Menge neue Interessenten haben nun folgende Fragen:

  • Ich habe Shopware 5, lohnt es sich für mich, auf Shopware 6 zu updaten?
  • Warum sollte ich jetzt Shopware 6 installieren statt noch Shopware 5?
  • Was geschieht mit den Plugins, die ich bereits in meinem Shop installiert habe? Werden diese ebenfalls für Shopware 6 weiterentwickelt?
  • Ich habe gerade erst einen Shopware 5 Shop für mich anfertigen lassen, hätte ich lieber direkt auf Shopware 6 installieren sollen?
  • Was sind die Unterschiede von Shopware 5 und Shopware 6?
  • Wie lange kann Shopware 5 noch genutzt werden?
  • Macht es Sinn, nun mit Shopware 6 neu zu starten?

Im folgenden Beitrag möchten wir Ihnen bei der Suche nach Antworten auf diese Fragen helfen. Dazu gehen wir auf die Unterschiede von Shopware 5 und Shopware 6 ein, wagen eine Prognose für die Zukunft der beliebten Onlineshop Software und versuchen, Ihnen die Entscheidung für die passende Version zu erleichtern.

Shopware 5 oder Shopware 6 – Was hat sich verändert?

Was ist eigentlich der Unterschied zwischen Shopware 5 und Shopware 6? Bei der Frage, welche Version von Shopware die Richtige für die eigenen Bedürfnisse ist, müssen einige Faktoren beachtet werden. Um die Entscheidung für eine Version zu erleichtern, haben wir hier die Haupteigenschaften beider Versionen betrachtet und ein paar neue Funktionen der neuesten Shopware Version 6 dargestellt.

Was zeichnet Shopware 5 aus?

Als Shopware 5 im Jahr 2015 veröffentlicht wurde, lag der Fokus der neuen Version vor allem auf dem Full Responsive Design, sodass der eigene Onlineshop auch für die Nutzung auf den mobilen Endgeräten der Kunden optimiert werden konnte. Darüber hinaus gewährleisteten die neuen Einkaufswelten, das Produktseiten einfach per Drag & Drop im backend angelegt werden konnten und auf diese Weise eine individuelle Gestaltung des Shops möglich war, ohne dass dafür tief greifende Programmierkenntnisse benötigt werden. Der modulare Aufbau von Shopware 5 führte zudem dazu, dass mittlerweile mehr als 3500 Erweiterungen zur Verfügung stehen mit denen sich der eigene Shop optimal an die eigenen Bedürfnisse anpassen lässt.

Shopware 5 wird aktuell noch weiterentwickelt. Bis Juni 2021 werden auch noch neue Featureupdates wie erst kürzlich im August 2020 die Version 5.6.8 erwartet. Darüber hinaus werden Bugfixes und Sicherheitspatches vom Entwickler bis Juni 2024 garantiert.

Vorteile Shopware 5:

  • Etabliertes und stabiles Shopsystem
  • Große Community mit Partnern und Entwicklern
  • Umfangreicher Support durch Hersteller und Agenturen
  • Über 3500 Erweiterungen verfügbar
  • Weiterentwicklung bis Juni 2021
  • Sicherheitsupdates bis Juni 2024

Was zeichnet Shopware 6 aus?

Auf dem Community Day 2019 wurde die Shopware Version 6 erstmals als komplett von Grund auf neu entwickeltes Shopsystem vorgestellt. Durch den Einsatz neuer Technologien wie dem Bootstrap und Vue.js Framework und der Templateengine Twig sollen nicht nur ein einfacher und schneller zu bedienendes Backend, sondern auch einfache und schnelle Änderungen am Frontend ermöglicht werden. Der API-First-Ansatz soll ein zukünftige Integration in die verschiedensten Verkaufskanäle ermöglichen. Zudem sollen Features wie der Rule Builder ermöglichen, Verkaufsprozesse optimal anzupassen. Insgesamt ist Shopware 6 noch besser individualisierbar und lässt sich noch besser an die eigenen Bedürfnisse anpassen.

Hier noch eine genauere Übersicht zu den neuen Funktionen:

Shopware 6 Neue Funktionen:

  • SW6 ist bereit für headless Commerce und die Basis ist API basiert.
  • Jede Integration kann automatisiert hinzugefügt werden
  • Neue Logik, Neue Variantenmodule, Aufschläge auf Varianten, ein neuer Generator, einzelne Varianten ausschließen, Varianten je Channel,
  • Neues SW Backend mit tabbed Browsing und einer neuen Suche
  • Sales Channels neue Logik: Direkt aus SW Backend zu Amazon und co.
  • Aus EKW werden Erlebniswelten die nun auch auf der Detailseite bearbeitbar sind.
  • Per Channellogik können nun Subshops/Sprachshops erstellt werden.
  • Mit dem Rule Builder ist eine flexible Geschäftslogik möglich. Beispiel: Kunde aus Gruppe A kauft Artikel X und bekommt dadurch 20% Nachlass. Kunde aus Gruppe B kauft selben Artikel aber bekommt keinen Nachlass, sondern freien Versand.
  • Neues Template System: Aktuell Smarty, in Zukunft Twig von PHP-Framework Symfony
  • Neue Medienverwaltung mit Möglichkeit automatischer Kategoriezuordnung der Medien und Anzeige der Stellen in denen die Medien im Einsatz sind.

Seit Januar 2020 steht mit Shopware 6.1 die erste Version für den Produktiveinsatz zur Verfügung. Durch den Einsatz neuer Technologien ist allerdings kein automatisches Update möglich, sondern bestehende Onlineshops auf Basis von Shopware 5 müssen manuell auf das neue System migriert werden.

Der Direktvergleich: Shopware 5 vs. Shopware 6

Hier finden Sie die wichtigsten Unterschiede zwischen Shopware 5 und Shopware 6. Viele Funktionen von Shopware 5 werden in der neuen Version einfacher und übersichtlicher. Hier stellt sich die Frage, welche Features für den eigenen Onlineshop optimal sind. Außerdem ist es wichtig zu beachten, welche Shopware Plugins mit der neuesten Version kompatibel sind.

Shopware 5 Shopware 6
Front- und Backend sind fest miteinander verbunden Dank API-First-Ansatz beide entkoppelt. Frontend kann auf Server 1 liegen und Backend auf Server 2.
Backend lief unter Ext.js und nicht responsive Mobile Bearbeitung nicht möglich Backend läuft unter Javascript Framework Vue.js und ist voll responsive Mobile Anpassungen sind problemlos möglich
Alle Automatisierten Prozesse mussten durch einen Entwickler und einer If Regel bestimmt, sowie umgesetzt werden. Dank dem Rule Builder können selbst Laien nach dem Wenn -> Dann Prinzip Ihre eigenen Vorraussetzungen bestimmen. Als Beispiel: Wenn Artikel X gekauft wird, geht eine Mail raus.
Kategoriebäume die sich nur in der Sprache unterschieden haben. Für jeden Channel ist nun ein individueller Katalog mit Artikeln möglich.
Jede Bestellung war ebenfalls eine Lieferung, Unterscheidung nicht möglich. Man kann alle Bestellungen splitten in eine Lieferung oder eine Bestellung.
Multi-Channel Verkäufe sind nur durch Implementierung von Plugins möglich. Multi-Channel Verkäufe wurden ausgebaut und sind im Standard möglich. Einführung Headless Commerce, da Bestellungen per Sprache möglich sind.
Über 3.500 verfügbare Plugins im Shopware Store Aktuell (stand 13.10.2020) gibt es ca 500 Shopware Plugins die mit der Version 6.x kompatibel sind.
Mit Smarty als Template System Das Template System Twig von PHP-Framework Symfony im Einsatz
Einkaufswelten umsetzbar auf Kategorieseiten Erlebniswelten sind umsetzbar auf Kategorie- und Detailseiten
Schlanke Medienverwaltung in der Medien hochgeladen und komprimiert werden konnten Neue Medienverwaltung mit Möglichkeit automatischer Kategoriezuordnung der Medien und Anzeige der Stellen in denen die Medien im Einsatz sind.

Fazit Shopware 5 vs Shopware 6

Sowohl Shopware 5 als auch Shopware 6 sind derzeit als Onlineshop Lösung für erfolgreiche E-Commerce Projekte geeignet. Einen klaren Gewinner oder Verlierer gibt es, Stand heute, nicht.

Grundsätzlich lässt sich aber sagen, dass sich zukünftig natürlich die neuere Version 6 etablieren wird. Natürlich ist das Angebot an Erweiterungen für Shopware 6 aktuell noch überschaubar, entsprechend sieht es auch mit der Community und Verbreitung im Netz aus. Hier hat Shopware 5 derzeit noch die Nase vorn. Je länger die neue Version 6 auf dem Markt ist, desto stärker wird sich die Entwicklung aber im Laufe der Zeit zugunsten der neuen Variante verschieben. Das bedeutet, immer mehr Entwickler und Nutzer werden ihre Ressourcen nach und nach von Shopware 5 abziehen und auf Shopware 6 konzentrieren. Plugins für Shopware 5 werde mit der Zeit nicht mehr weiterentwickelt werden und nach und nach wird das Angebot an nutzbaren Erweiterungen sinken. Aufseiten von Shopware 6 wird das Angebot hingegen kontinuierlich zunehmen.

Der entscheidende Faktor, der für einen Einsatz von Shopware 6 spricht, ist zudem die vom Entwickler gesetzte Deadline im Juni 2024. Wer an einem langfristig erfolgreichen E-Commerce Projekt auf Basis von Shopware arbeitet, wird sich dem Einsatz von Shopware 6 auf Dauer nicht entziehen können.

Unsere Empfehlung daher:

Wenn Sie einen neuen Onlineshop auf Basis von Shopware starten möchten, sollte von Anfang an am besten auf die neue Version 6 gesetzt werden.

Wenn Sie bereits einen erfolgreichen Onlineshop auf Basis von Shopware 5 betreiben, sollten sie nichts überstürzen, aber langfristig natürlich einen Umstieg auf die Version 6 einplanen. Solange Shopware 5 bis Juni 2021 noch weiter entwickelt wird, kann das System auch genutzt werden. Nach diesem Zeitpunkt sollte aber der Umstieg auf Shopware 6 durchgeführt werden.

Wie Sie sehen, hängt die Entscheidung für die richtige Shopware Version ganz von dem individuellen Anwendungsfall ab. Bei weiterem Interesse, finden Sie unter unseren Blogbeiträgen mehr Informationen zu Shopware 6. Auch die Frage, welche Voraussetzungen ihr Server für die neuste Version erfüllen muss, wird dort beantwortet.

Sollten Ihre Erwartungen an Shopware zu den dargestellten Features von Shopware 6 passen, dann könnte die neuste Version von Shopware eine optimierte E-Commerce Lösung für Sie sein. Als spezialisierte Shopware Agentur stehen wir Ihnen bei weiteren Fragen gerne auch für ein individuelles Gespräch zur Verfügung.