- 137 Tage
vom ersten Ticket bis zum Go-Live
- 1.800+
Explosionszeichnungen mit klickbaren Teilen
- SAP + Shop
am selben Tag live geschaltet
Case Study: Ersatzteilshop mit SAP-Anbindung für eine US-Tochter
Die Fakten
| Zielgruppe | B2B, Betriebe in den USA, die die Maschinen einsetzen |
| Artikel | Ersatz- und Verschleißteile für Maschinen der Lebensmittelindustrie |
| Plattform | Shopware 6, eigener Mandant |
| Vorgehen | Workshop in drei Teilen, Go-Live zusammen mit der SAP-Einführung |
| Leistungen | Konzeption, Design, Shopware-6-Umsetzung, Schnittstelle zu SAP S/4HANA auf Shop-Seite, Import der Explosionszeichnungen, Server-Setup, Go-Live-Begleitung |
| Branche | Maschinenbau für die Lebensmittelindustrie |
| Merkmale | Englisch und US-Dollar, Zugang nur nach Freigabe, Bestand als Ampel, PO-Nummer im Checkout |
| Technische Besonderheiten | Direkte REST-Schnittstelle zu SAP ohne Middleware, Explosionszeichnungen mit Hotspots, automatische Zuordnung zum Verkaufskanal, Abgleich führender Nullen |
Die Firma
Unser Kunde ist die US-Tochter eines deutschen Maschinenbauers für die Lebensmittelindustrie.
Über den Ersatzteilshop bestellen Betriebe in den USA, die diese Maschinen einsetzen, ihre Ersatz- und Verschleißteile. Im Konzern läuft bereits ein Ersatzteilshop auf Shopware 6, den wir betreuen. Produkte, Teilenummern und Abläufe kannten wir deshalb.
Die Ziele
Im Konzern wird das ERP auf SAP S/4HANA umgestellt, auch bei der US-Tochter. Der bisherige Shop war zu großen Teilen eine Eigenentwicklung, nur der Checkout lief über einen externen Dienst. Er ließ sich nicht sinnvoll an SAP anbinden. Bestellungen von Hand ins neue ERP zu übertragen, kam nicht in Frage.
Das Ziel war deshalb ein neuer Shop, der am selben Tag live geht wie SAP. Alle Standardbestellungen sollen über den Shop laufen. Kunden sollen ihre Teile selbst finden und seltener anrufen, um nach dem Stand ihrer Bestellung zu fragen. Das entlastet das Serviceteam. Und die Übergabe zwischen Shop und SAP muss in beide Richtungen sauber funktionieren.
Was Shopware 6 zur ersten Wahl machte
Ein Neuaufbau auf einer weiteren Plattform war bereits begonnen worden und wurde gestoppt. Der Konzern wollte keine zusätzliche Plattform in seiner Systemlandschaft. Dort läuft schon Shopware 6, und mit uns gab es eine Agentur, mit der die Zusammenarbeit bereits funktionierte.
Einen weiteren Verkaufskanal im Konzernshop haben wir trotzdem nicht angelegt. Wir haben einen eigenen Shopware-Mandanten empfohlen. Der Konzernshop trägt viele eigene Logiken, die US-Gesellschaft braucht eigene Abläufe, und Updates sollen getrennt laufen. Die Leitlinie aus dem Workshop: so nah wie möglich am Shopware-Standard bleiben. Einheitlich sind Technik und Partner, nicht die Datenbank.
Die Herausforderung
Der Shop hängt an einem ERP, das selbst gerade eingeführt wird. Die Schnittstelle entstand parallel zur SAP-Einführung, auf der anderen Seite arbeitete das SAP-Team des Kunden. Dazu kamen Details, an denen Schnittstellen gern scheitern. SAP führt Artikelnummern mit führenden Nullen, der Shop und der Ersatzteilkatalog nicht. Ohne Abgleich legt jedes Update ein neues Produkt an, statt das bestehende zu ändern.
Am aufwendigsten waren die Explosionszeichnungen. Aus dem Ersatzteilkatalog kommen große Bilddateien und getrennt davon Dateien mit den Koordinaten der Hotspots. Jeder Punkt auf der Zeichnung muss genau zum richtigen Teil führen.
Hinzu kam die Zeitverschiebung: Zwischen Deutschland und den USA liegen mehrere Stunden. Am Go-Live-Tag war deshalb Support bis in den Abend eingeplant.
Die Lösung
Am Anfang stand ein Workshop in drei Teilen, auf Deutsch und auf Englisch. Wir sind den alten Shop Seite für Seite durchgegangen und haben festgehalten, was bleibt und was später kommt. Danach haben wir die Datenflüsse zwischen SAP und Shopware aufgezeichnet und die offenen Fragen gesammelt. Rabatte und Kreditkartenzahlung wanderten dabei in eine zweite Phase.
Die Arbeit an der Schnittstelle war klar aufgeteilt. Wir haben die Endpunkte im Shop gebaut und dokumentiert, das SAP-Team des Kunden die SAP-Seite. SAP schickt Produkte mit Preisen, Bestände und Kunden direkt an den Shop. Ein Produkt wird über die Artikelnummer angelegt oder aktualisiert. Bestellungen holt SAP aus dem Shop ab und meldet die Belegnummer zurück. Läuft etwas schief, schreibt der Shop ein Protokoll und verschickt eine E-Mail.
Für die Explosionszeichnungen nutzen wir ein Shopware-Plugin als Basis und haben den Import selbst gebaut. Er liest die Koordinatendateien, prüft jede Artikelnummer gegen den Katalog und wandelt die TIF-Bilder in WebP um. Im Shop sind Zeichnung und Teileliste verbunden. Ein Klick auf einen Hotspot zeigt das Teil, ersetzte Teile verweisen auf ihren Nachfolger.
Kunden und Produkte ordnet der Shop anhand der Verkaufsorganisation in SAP automatisch dem richtigen Verkaufskanal zu. Mehr zur Schnittstelle: Case Study auf intoConnect.
Shopware 6 im Einsatz
Der Shop ist auf die USA eingestellt: englische Oberfläche, Preise in US-Dollar, Gewichte in Pfund, Mengen in „Each“. Die Preise sind Nettopreise. Steuern und Fracht berechnet SAP und weist sie in der Auftragsbestätigung aus, der Shop zeigt dazu einen Hinweis. Im Checkout ist die PO-Nummer Pflicht und die Versandart wählbar, bezahlt wird auf Rechnung.
Der Bestand erscheint als Ampel statt als genaue Menge. Der Shop ist geschlossen. Neue Kunden fordern einen Zugang an, das Team prüft sie in SAP und legt sie mit SAP-Kundennummer an. Bestandskunden wurden zum Go-Live direkt aus SAP übernommen und erhielten eine E-Mail zur Aktivierung.
Das Ergebnis
Der Shop ging im Herbst 2026 am selben Tag live wie SAP, früher als ursprünglich geplant. Der Go-Live verlief ohne größere Probleme. Kennzahlen aus dem Betrieb gibt es noch nicht. Wir ergänzen sie, sobald die ersten Wochen ausgewertet sind.
Ein System führt
Artikel, Preise und Kunden pflegt das Team in SAP. Der Shop übernimmt die Daten, niemand pflegt sie doppelt.
Teile über die Zeichnung finden
Über 1.800 Explosionszeichnungen sind mit dem Katalog verknüpft. Kunden klicken auf das Teil in der Zeichnung, statt die Nummer zu suchen.
Bestellungen, mit denen SAP arbeitet
Jede Bestellung kommt mit PO-Nummer, Versandart und SAP-Kundennummer an. Die Belegnummer geht zurück an den Shop.
Live nach 137 Tagen
Vom ersten Ticket bis zum Go-Live vergingen 137 Tage. Shop und SAP starteten gemeinsam.
Zukunftsaussichten
Für die zweite Phase sind Kreditkartenzahlung und Rabatte vorgesehen, eine Webanalyse ist im Gespräch. Bis dahin misst der Shop keine Besucherdaten.
Das Ziel des Kunden bleibt der Maßstab: Alle Standardbestellungen laufen über den Shop, und das Serviceteam bekommt weniger Anrufe zum Bestellstatus. Ob das gelingt, zeigen die nächsten Monate.
Kernaussage
SAP bleibt das System, in dem gearbeitet wird. Der Shop nimmt Bestellungen an und übergibt sie so, dass SAP damit arbeiten kann.
Die Stimme aus dem Projekt
„Die härteste Nuss waren die Explosionszeichnungen. Jeder Punkt auf einer Zeichnung muss am Ende genau zum richtigen Ersatzteil führen. Dazu ging der Shop am selben Tag live wie SAP. Deshalb sind wir so nah wie möglich am Shopware-Standard geblieben.“
Tim Saxler, Projektleiter
intoCommerce
Passende Referenzen
Kontakt
Matthias Thürling
Geschäftsführer
- NEU Conversiongarantie
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