- 3.000+
Artikel aus dem ERP, ohne doppelte Pflege
- 600 → 200
Größen- und Farbzuordnungen verschlankt
- 700 → 5.000
Zeilen im Google-Produktfeed, jetzt mit Varianten
Case Study: Reitsporthändler – VS/4 und Shopware 6
Die Fakten
| Zielgruppe | B2C und B2B |
| Artikel | Reitsport, Pferdebedarf, Stall- und Reitplatzausstattung |
| Plattform | Shopware 6 |
| Vorgehen | Vorprojekt mit Workshop und Prototyp |
| Leistungen | Shopware-6-Umsetzung, Theme nach Design, ERP-Anbindung VS/4 über n8n, Ablösung von WebSale |
| Branche | Reitsport und Pferdebedarf |
| Merkmale | Datenhoheit bleibt im ERP, eigene Erlebniswelten, separat gestaltete Mobilversion |
| Technische Besonderheiten | XML-Austausch in beide Richtungen, Übersetzung von ERP-Kürzeln, Variantenlogik aus einem Größenfeld, automatische Grundpreise |
Die Firma
Unser Kunde ist ein Fachhändler für Reitsport und seit Jahrzehnten in der Szene verankert. Das Sortiment reicht von Reitbekleidung über die Ausrüstung fürs Pferd bis zu Trainingsgeräten, Heuraufen und Stallmatten. Gekauft wird von privaten Reitern ebenso wie von Vereinen, Reitställen und Landwirten. Neben dem Onlineshop gehört ein Ladengeschäft zum Unternehmen.
Was den Händler auszeichnet, ist die Beratung. Das Team reitet selbst, kennt die Produkte aus eigener Anwendung und ist für Kundinnen und Kunden gut erreichbar.
Die Ziele
Der bisherige Shop lief auf WebSale und war eng mit der Warenwirtschaft VS/4 verzahnt. Technisch funktionierte das, aber das Team hatte kaum eigenen Zugriff: keine eigenen Landingpages, keine Gestaltung von Inhalten, keine Verbesserungen an der mobilen Darstellung. Bei einem hohen Anteil mobiler Nutzer war das ein echtes Problem. Ziel war ein Shop, den das Team selbst pflegt.
Im Workshop zum Projektstart kamen weitere Ziele dazu: bessere Suche und Filter, mehr Sichtbarkeit bei Google, kürzere Ladezeiten sowie Cross- und Upselling. Die Warenwirtschaft sollte dabei bleiben, wie sie ist. Artikel sollte niemand doppelt pflegen müssen.
Was Shopware 6 zur ersten Wahl machte
VS/4 war und ist das führende System für Artikel, Preise und Bestände. Gesucht war deshalb ein Shopsystem, das sich sauber an eine bestehende Warenwirtschaft anbinden lässt, ohne dass die Datenhoheit das ERP verlässt.
Shopware 6 bringt Erlebniswelten für eigene Inhalte, eine Oberfläche für Smartphone und Desktop und ein Ökosystem für Marketing und Vertrieb mit. Ob die Plattform die Anforderungen tatsächlich abbildet, haben wir vor der eigentlichen Investition mit einem Prototyp geprüft.
Die Herausforderung
Ein ERP denkt in Kürzeln. Farben sind zweistellige Codes, hinter denen irgendwo im System ein Klartextname wie „Pastellgrün“ hinterlegt ist. Größen laufen im VS/4 über ein und dasselbe Feld, egal ob es um einen Reitstiefel oder um die Maße eines Trainingshindernisses geht. Für die Warenwirtschaft ist das effizient. Im Shop erwartet der Kunde eine Auswahl, die er ohne Nachdenken versteht, und Filter, die verlässlich funktionieren.
Dazu kamen die Rückrichtung und die Sonderfälle: Bestellungen mit Adress- und Gutscheindaten im Format, das VS/4 erwartet. Paket- und Speditionsartikel im selben Warenkorb. Wertgutscheine, die online und im Ladengeschäft gelten. Und Grundpreise, die sich aus Menge, Einheit und Packungsgröße ergeben.
Die Lösung
Wir sind mit einem Vorprojekt gestartet: einem Workshop in drei Teilen. Zuerst haben wir die Funktionen des bisherigen Shops aufgenommen, dann Personas und Customer Journey erarbeitet, zuletzt die Schnittstellen zwischen VS/4 und Shopware skizziert. Daraus entstand ein Prototyp. Erst danach ging es in die Umsetzung.
Das Herzstück ist die Anbindung zwischen VS/4 und Shopware über eigene Workflows auf Basis von n8n. Sie übernehmen die XML-Exporte aus dem ERP, prüfen sie und synchronisieren Artikel, Bestände und Bilder nach Shopware. Farbkürzel werden über eine Zuordnungstabelle in Klarnamen übersetzt, Variantendimensionen sauber getrennt. Die Tabelle für Größen und Farben haben wir dabei von rund 600 auf rund 200 benötigte Einträge verschlankt. Grundpreise berechnet ein Workflow automatisch aus den ERP-Feldern.
In der Rückrichtung werden Bestellungen samt Adress- und Gutscheindaten als XML für VS/4 aufbereitet. Exportiert werden nur Bestellungen mit gebuchtem Zahlungsstatus. Welche Artikel online sind, steuert das Team weiter im ERP über ein Kennzeichen am Artikel. Ausverkaufte Artikel ohne Bestand gehen automatisch offline. Ein täglicher Bericht zeigt, welche Bestellungen exportiert wurden.
Anforderungen, Sortimentslogik und die fachlichen Sonderfälle kamen aus dem Team des Kunden, die technische Umsetzung von uns. Ohne dieses Wissen aus der Praxis wäre die Variantenlogik nicht sauber lösbar gewesen. Mehr zur technischen Seite der Anbindung: Case Study auf intoConnect.
Shopware 6 im Einsatz
Das Frontend basiert auf einem eigenen Theme nach Design, die Mobilversion wurde separat gestaltet. Erlebniswelten mit eigenen Elementen wie Hero-Slider, Bildnavigation für Unterkategorien, Produkt- und Marken-Slider und Aktions-Grid befüllt das Team selbst. Varianten erscheinen als klare Auswahl nach Farbe und Größe. Beratungsseiten wie der Vergleich von Stallmatten und Paddockplatten verbinden Produkte mit Fachwissen.
Dazu kommen Megamenü, Staffelpreise, eine Versandlogik für Paket- und Speditionsartikel und ein Google-Shopping-Feed mit allen Varianten.
Das Ergebnis
Der neue Shop läuft auf Shopware 6. VS/4 bleibt unverändert das führende System für Artikel, Preise und Bestände.
Artikel nur einmal pflegen
Über 3.000 Artikel kommen aus VS/4 in den Shop. Neue Artikel laufen über die Schnittstelle, ohne dass sie jemand zweimal anfasst.
Varianten, die Kunden verstehen
ERP-Kürzel werden zu Klarnamen, Größen und Farben zu einer klaren Auswahl. Die Zuordnungstabelle umfasst statt rund 600 nur noch rund 200 Einträge.
Vollständiger Produktfeed
Der Google-Produktfeed enthält jetzt rund 5.000 Zeilen mit Varianten statt rund 700 Produkten ohne Varianten.
Eigene Inhalte ohne Umweg
Landingpages, Erlebniswelten und Beratungsseiten legt das Team selbst an. Die Darstellung funktioniert auf dem Smartphone wie am Desktop.
Zukunftsaussichten
Der nächste Schritt ist der weitere Ausbau des Sortiments. Die Basis dafür steht: Neue Artikel laufen über die Schnittstelle in den Shop. Wohin sich der Shop langfristig entwickelt, erarbeiten wir gemeinsam mit dem Kunden, zum Beispiel in einem Strategieworkshop.
Die Stimme aus dem Projekt

„Die eigentliche Arbeit steckte nicht im Transport der Daten, sondern in ihrer Übersetzung. Genau das hat uns an dem Projekt Spaß gemacht: eine gewachsene, komplexe Schnittstelle so zu bauen, dass am Ende niemand mehr merkt, wie komplex sie ist.“
Matthias Thürling, Geschäftsführer
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Matthias Thürling
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